
Der Museumskomplex zwischen Spree und Kupfergraben birgt Kunstschätze, wie sie weltweit nur der Louvre in Paris oder die Petersburger Eremitage zu bieten haben. Die Idee zu einem Zentrum der Kunst und Geschichte hatte Kronprinz Friedrich Wilhelm. In den Jahren 1825 bis 1830 entstand das Alte Museum (Kupferstichkabinett), im Jahre 1859 wurde das königlich-preußische Museum (heute Neues Museum) eröffnet. 1876 folgte die Nationalgalerie, (heute Alte Nationalgalerie), 1904 das Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum), welches 1960 nach dem deutschen Kunsthistoriker Wilhelm von Bode umbenannt wurde, und 1930 das Pergamonmuseum (Antiksammlung, Vorderasiatisches Museum, Museum für Islamische Kunst, Zentralarchiv und – bibliothek). Im Zweiten Weltkrieg wurden die Museen zu bis zu 70 Prozent zerstört.
Die Museen
Das Alte Museum am Lustgarten ist heute tatsächlich das älteste Museum Berlins. Es entstand als erster Bau auf der Museumsinsel in der Zeit von 1825 bis 1830 nach den Entwürfen Karl Friedrich Schinkels und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des Klassizismus.
Im Hauptgeschoss sind ein Teil der Antikensammlung mit Skulpturen, Waffen, Goldschmuck und Silberschätzen der griechischen Kunst- und Kulturgeschichte von der Kykladenkultur bis zur römischen Epoche zu sehen. Im Obergeschoss ist seit August 2005 bis zu ihrem Umzug ins Neue Museum im Jahr 2009 die Sammlung des Ägyptischen Museums zu besichtigen.
Mit dem Neuen Museum, von Friedrich Wilhelm IV. 1841 in Auftrag gegeben, begann die Entwicklung der Insel zum viel beachteten Kunstzentrum. Das Werk des Schinkel-Schülers Friedrich August Stüler gehörte seinerzeit zu den bedeutendsten Bauvorhaben in Preußen. Es wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und wird zur Zeit im Rahmen des Masterplans Museumsinsel saniert.
Nach der geplanten Wiedereröffnung im Herbst 2009 wird es das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung mit der berühmten Büste der ägyptischen Königin Nofretete und andere Kunstwerke aus der Zeit des Königs Echnaton beherbergen. Zudem wird ein Teil des Museums für Vor- und Frühgeschichte mit Funden aus der Steinzeit und späteren Epochen zu sehen sein.
Die Alte Nationalgalerie (Eingang Bodestraße) wurde von Friedrich August Stüler entworfen und in den Jahren 1866 bis 1876 gebaut. Sie steht wie ein korinthischer Tempel auf einem hohen Sockel, zu dem eine Freitreppe hinaufführt. Das Reiterdenkmal Friedrich Wilhelm IV. über dem Rundbogeneingang schuf Alexander Calandrelli. Nach dem Umbau sind hier auch die Werke der Charlottenburger Galerie der Romantik zu sehen.
Das Bode-Museum, ursprünglich Kaiser-Friedrich-Museum, erhielt 1958 den Namen seines langjährigen Leiters Wilhelm von Bode. Auch der 1898 bis 1904 von Ernst von Ihne errichtete Neobarockbau wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Erst 1904 wurde das Museum wiedereröffnet. Seit dem 19. Oktober 2006 ist das gesamte Bode-Museum mit der Skulpturensammlung, dem Museum für Byzantinische Kunst, dem Münzkabinett und Werken der Gemäldegalerie wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das Pergamonmuseum wurde 1910 bis 1930 als eines der ersten Architekturmuseen der Welt nach Entwürfen von Alfred Messel durch Ludwig Hoffmann für die Westfront des Pergamon-Altars in neoklassizistischer Form gebaut. Heute beherbergt es drei Museen: die Antikensammlung mit den Architektursälen und dem Skulpturentrakt, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst.
Durch die imposanten Rekonstruktionen wie den Pergamonaltar, das Markttor von Milet und das Ischtar-Tor mit Prozessionsstraße von Babylon, ist das Museum weltweit bekannt geworden.
Adresse:
Museumsinsel (Bodestraße)
10178 Berlin
S-Bahn: Hackescher Markt
www.smb.spk-berlin.de
Öffnungszeiten: siehe einzelne Museen
Eintrittspreise:
Bereichskarte Mitte 12,- Euro, ermäßigt 6,- Euro oder siehe einzelne Museen